Die Glaswand

Es geht mir irgendwie, auf eine seltsame Art, gut gerade. Ich bin mir nicht sicher, ob sich das nur als ‚gut‘ anfühlt, weil es nicht ’schlecht‘ ist oder ob es wirklich gut ist. Aber, hauptsache nicht schlecht, also sollte ich mir da einfach keinen Kopf drüber machen.

Was gerade nervt ist dieser Pseudo-Druck, den ich spüre. Fühlt sich an wie echter Druck, ist aber nicht echt. Das habe ich schmerzhaft feststellen müssen. Weiß auch nicht was das soll. Mein blöder Körper wieder, echt.

Ich fühle mich leer, aber es ist eine andere Leere als sonst. Nicht diese alles verschlingende Borderline Leere, sondern etwas neutrales. Allerdings gibt es da eine bedrohliche Komponente. Meine Gefühle scheinen sich gerade hinter einer Glaswand zu befinden. Ich sehe sie, kann sie sogar, wenn ich mich darauf konzentriere, auch ein wenig spüren. Diese Glaswand ist seltsam präsent, als würde ich sie ständig im Augenwinkel sehen. Natürlich ist es angenehm einmal von dem Gefühlschaos abgeschirmt zu sein, jedoch ist es nur eine Glaswand und Glas kann brechen. Ja, wahrscheinlich sollte ich einfach nicht darüber nachdenken und die Glaswand ignorieren, aber ich möchte irgendwie vorbereitet sein, wenn das Glas bricht oder zumindest die Illusion einer Vorbereitung haben. Ich empfinde diese Glaswand auch nicht als Fremdkörper. Ja, bedrohlich ist es irgendwie aber sie erscheint mir irgendwie vertraut. Klingt seltsam, ich weiß.

Die Schuldgefühle sind zum Glück ebenfalls hinter der Wand, aber immer irgendwie spürbar. Und die Gedanken kommen immer wieder zurück zum Unverständnis darüber, das mir das alles nicht aufgefallen ist. Aber das ist alles in Ordnung so. Ja, mir fehlt immer noch jemand zum reden, das hat sich nicht wirklich geändert und auch die Einsamkeit ist spürbar, jedoch zieht mich beides gerade kaum herunter, bzw. die leichte Melancholie die dadurch erzeugt wird, ist erträglich. Okay, ich habe Menschen zum reden, meine Schwester, manchmal auch Sam und, ja, ’sie‘. Aber, was ich wirklich meine wenn ich das schreibe ist eher, das ich eine Partnerin, in welchen Sinne auch immer, vermisse, jemanden mit gegenseitiger Gefühlsbindung … naja, habe ich ja schon mehrfach geschrieben.

Morgen ist Samstag und Samstag ist Shadow Tag. Probleme raus, tanzen rein. Abschalten und wegschieben. Ich freue mich obwohl ich es nicht sollte, Vorfreude und so, aber gerade ist mir das egal. Diesmal brauche ich das wieder. Realitätsflucht, nur auf eine halbwegs gesunde Art.

So, nun mal etwas essen und weiter versuchen zu arbeiten. Aber lange mache ich heute nicht mehr. In diesem Sinne …

Gute Nacht Nimmerland.

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