Nummer 4

Ich sollte den Blog umbenennen, in ‚Die Absturzchroniken‘. Mir ist das ein wohlbekanntes Phänomen und ich weiß wo das endet, sehr wahrscheinlich. Praktisch das ich diesen Blog führe, das wird hinterher bestimmt sehr interessant das alles nachzuverfolgen. Ich kenne diese Abwärtsspirale, weiß wo, wenn ich nicht abspringe, ich mich in ein oder zwei Monaten befinden werde. Panikattacken, Dissoziationen, Paranoia, Suizidvisionen, Flashbacks. Ich kenne das alles. Und doch … und doch … ich gebe auf. Keine Lust mehr gegen alles anzukämpfen, echt nicht. Soll es doch wieder losgehen, ich hab’s bisher jedesmal überlebt.

Ich bin gerade ein wunderbares Beispiel für Selbstaufgabe und Abhängigkeit. Und ich werde nun nichts mehr dagegen unternehmen. Ich füge mich in meine Rolle und akzeptiere eben, das ich gerade absolut machtlos bin … zumindest fühle ich mich machtlos. Kann gut sein das auch dies wieder nur Selbstbelügen ist, aber es ist mir auch egal. Dann bin ich eben wieder der, der leidet, kenne ich doch nicht anders. Ja, das alles ist eine verflucht beschissene Idee und ich weiß das es der völlig falsche Weg ist. Ja, jeder Psychologe der das hier lesen würde, würde mir wohl entweder professionelle Hilfe oder die Einweisung in die Klinik empfehlen. Pah. Die Klinik verwahrt einen ja nur für ’ne Weile, schirmt dich von der Umwelt ab, schmeißt dich zu mit irgendwelchen Aktivitäten die du wahrnehmen musst. Yeah, noch einen Korb flechten. Helfen tun die einem da nicht, das muss man schon selber. Und wenn man sich nicht selber darum kümmert, sich ein Sicherheitsnetz für nach der Klinik aufzuspannen, fällt man hart. Und Medikamente? Das gute Zeugs bekomme ich nicht und die Antidepressiva haben nur Nebenwirkungen ändern aber nichts an meiner Stimmung. Mal ganz davon abgesehen das ich nicht schon wieder sechs Wochen verschwinden kann. Mein Arbeitgeber ist eh schon angepisst und meine Tochter verkraftet das nicht noch einmal. Nein, nix da mit Klinik. Und ambulant? Joa, Monate Wartezeit … und dann eine Stunde die Woche … und die ersten Wochen nur kennenlernen. Yeah, hilft mir voll. Nein, das wird diesmal nichts mit professioneller Hilfe, Punkt.

Egal, ich kenne mich. Habe Übung im Abstürzen. Und, so nebenbei, mit links schneiden geht gar nicht mehr, Driss. ‚We’re on a highway to hell.‘, jips, so ist es. Das wird bestimmt interessant werden mir hier zuzuschauen, wie ich von Woche zu Woche tiefer reinrutsche, immer extremer werde. Packt das Popcorn aus und lasst eure Kinder nicht hinschauen. Hereinspaziert meine Damen und Herren, Menschen, Monster, Wahnsinnige, hier gibt es alles. Ergötzen sie sich am wahnsinnigen Hund in seinem schwarzen Käfig. Erfreuen sie sich daran wie er tagein, tagaus gegen die Gitterstäbe springt bis er blutend zusammenbricht. Was für ein Spektakel. Der Eintritt ist frei, jedoch bitten wir sie um eine kleine Spende beim Verlassen der Ausstellung.

Und was ’sie‘ angeht. Ja, auch hier füge ich mich in meine Rolle, auch hier gebe ich auf. Mir reicht’s. Soll sie doch mit mir machen was sie will, es ändert doch nichts mehr. Ich werde für sie da sein und mich selber dabei vergessen. Ich werde nur noch dafür leben, das sie sich meldet und mir etwas nettes schreibt. Ich werde es aushalten, das ich sie nicht haben kann. Und vielleicht werde ich sie ja doch irgendwann wieder sehen können. Mittlerweile sind mir auch die Schmerzen eines solchen Treffens scheiß egal. Ja, ich bin ihr Hund und so bleibt es nun. Dagegen ankämpfen bringt mal gar nichts gerade. Und wer weiß, vielleicht, auch wenn es völlig utopisch erscheint, aber trotzdem … irgendwie, irgendwo, irgendwann. Ja, ich werde mich an diese Hoffnung klammern. ‚Und die Hoffnung soll mich leiten, durch die Tage ohne dich. Und die Liebe soll mich tragen, wenn der Schmerz die Hoffnung bricht‘. Mein Weg steht fest. Ende der Diskussion.

Bittesehr, hier bin ich. Ich brauche dich und ich gehöre dir. Mach was du willst mit mir, mich kümmert es nicht mehr. Ich bin da wenn etwas ist. Nimm keine Rücksicht auf mich, ich komme schon klar, ich halte noch eine Menge mehr aus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s