Der Körper ist müde …

… doch mein Geist hält mich wach. (Insider) Aber, ja, irgendwie passt es. Ich bin mehr als müde, aber ich will nicht schlafen … wenn ich schlafe wird es Morgen … und morgen startet Versuch #2 … und ich will so gar nicht diesmal. Muss aber … muss dringend. Naja, kein Thema über das ich schreiben wollte.

Ich habe mir heute viel zu oft dieses kleine Video angeschaut … so oft. Ja, ich weiß, verdammt gute Idee, danke. Das ist das süßeste, das ich jeh von ihr erhalten habe, also seid nachsichtig. Nee, aber auch darüber will ich nicht schreiben.

Ich will über etwas schreiben, über das ich eigentlich nicht schreiben will … Musik. Wißt ihr, Musik ist mein Leben … und das ist keine Übertreibung. Die Musik war immer da. Sie hat mich durch beschissene Zeiten getragen, in schönen begleitet, hat mich aufgebaut, oder mit mir geheult, mir Mut gemacht, mich zum lachen und weinen gebracht. Ich bin selber Musiker … kurzum … ich liebe Musik. Ich höre so viele unterschiedliche Stilrichtungen und schweife hin und her. Ja, es gibt natürlich einige Fixpunkte in meinem Musikgeschmack … z.B., für die, die es nicht eh schon erraten haben, bin ich doch sehr in der schwarzen Szene zu Hause.

Mitte der 90er mit Front 242, Frontline Assembly, Apoptygma Berzerk, VNV Nation, Covenant, usw. eingestiegen. Diese Musik lässt mich nicht los. Eine lange Zeit lang habe ich das versucht zu verleugnen … doch es ist zu sehr meine Natur. Außerdem … die Blicke der ‚weißen‘, wenn ich von einer Party nach Hause tanze, sind einfach unbezahlbar. Das ist jetzt noch nicht einmal böse gemeint. Ja, für meine Musik gibt’s bei Spotify eben keinen Button im Startbereich … aber das ist gut so. Ja, klar, ich muss nun natürlich auch das Klischee bedienen und sagen, das es dann ja nicht mehr anders und besonders wäre, und das überhaupt nicht zur Szene passen würde. Aber, es gibt auch einen anderen Grund: die Texte.

Ja, ich höre auch Eisregen und bei ‚Futter für die Schweine‘ kann ich mitsingen und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen, aber … ich bin auch nicht ganz sauber in der Birne. Als Selbstverletzer, der es liebt sein eigenes Blut fließen zu sehen, wird man eben etwas seltsam. Trotzdem … das sind keine Texte, die ich meinen Kindern vorspielen würde. Das geht gar nicht. Selbst eines meiner Lieblingslieder von Eisregen, ‚Und sie blutete nur einen Sommer lang‘, obwohl eher Puppentheater verglichen mit anderen Songs, ist kein Lied, das jeder hören sollte. Ja, ich kann mich da in romantische und erotische Selbstverletzerphantasien begeben … für mich ist das voll kompatibel … aber, mal ehrlich, will ich das meine Tochter sich am Ende die Arme aufschneidet, wie der Papa, nur weil sie von der Musik geimpft wurde? Jetzt versteht das nicht falsch, ich liebe dieses Lied, und ich liebe eine Menge Lieder mehr, in denen es um Mord, Selbstmord, Selbstverletzung, Hass, Sehnsucht, Liebe, Zerstörung, … geht. Das ist meine Musikwelt, das ist meine Gedankenwelt.

Ich weiß wie das klingt … nehmt mich hier bloß nicht als Maßstab für andere in der Szene. Nein, ich laufe nicht herum um bringe Menschen um oder ähnliches. Und nein, ich hasse Gewalt, wirklich, und Sado-Maso ist so unglaublich überhaupt nicht meins, das glaubt ihr nicht. Trotzdem will ich die Welt brennen sehen. Und das ist genau das was ich meine … kompatibel. Eisregen ist vielleicht ein krasses Beispiel, ja, aber es geht in beide Richtungen von dort. Es gibt genug Menschen, die bei der Musik wohl depressiv würden … Albträume bekämen … oder, jep, sich übergeben. Ich singe fröhlich mit und genieße das ganze. Nein, ich bin auch nicht depressiv wegen der Musik. Ganz im Gegenteil. Es gibt einige Phasen in meinem Leben, die hätte ich ohne diese Musik wohl nicht so glimpflich überstanden.

Es gibt eine Menge Menschen, die wohl nie Zugang zu dieser Seite finden werden. Dabei hat die dunkle Seite der Macht auch Vorteile … Spaß beiseite … wäre ja scheiße wenn die ganze Welt so drauf wäre, mal ehrlich. Subkultur und so … aus der Norm fallen … anders sein und sich anderen, obwohl ebenfalls anders, zugehörig fühlen. Wenn ich eine Party besuche, den Club betrete … da ist ein warmes Gefühl das mich begrüßt … Geborgenheit … und dafür muss ich nicht einmal jemanden dort kennen.

Etwas, das ich ebenfalls in der Szene liebe ist, das fast jedes Musikgenre vorhanden ist. Ja, auf Parties wird natürlich schon auf Konsistenz geachtet, doch laufen meistens eine Menge unterschiedliche Richtungen an einem Abend. Und getanzt wird auch Genreübergreifend, wenn’s gefällt. Es gibt für jeden dort eine Ecke, jeder findet seine Musik. In Bonn, war auf einer Party ein Punk, der im Industrial-Style zu Aggrotech getanzt hat. Ich fand das so geil. Ja, es gibt solche und solche Bunte. Wenn du in Bluejeans und buntem Hemd auftauchst, musst du dich nicht wundern wenn du entweder gar nicht erst reinkommst oder eine Menge giftige Blicke erntest. Dresscode: Szene, sorry. Das ist unsere Welt, unsere Musik, für viele ist es Heimat … wenn du zu uns willst, dann spiele nach unseren Regeln. Alles andere wäre mehr als unhöflich und respektlos uns gegenüber. Gibt auch ‚weiße‘ Clubs, in die käme ich in meinem Outfit ebenfalls nicht rein … obwohl ich das wahrscheinlich eh nicht wollte. Das ist keine Arroganz, so sind die Regeln.

Worauf ich nun eigentlich hinaus wollte … nein, ich will, aus guten Gründen, nicht, das die Musik, die ich höre, in den Charts läuft, von Kindern und Jugendlichen gehört wird und dort vielleicht tasächlich die falschen Knöpfe drückt. Doch wenn ich mir die deutschen Charts so anschaue … vor allem das, was manche tatsächlich noch Rap oder Hip-Hop nennen, und ich meine den deutschen, … dann … ich war ja echt sprachlos … aber warum höre ich Depp auch in die deutschen Charts. Ja, da ist mir fast schlecht geworden. Zu meiner Jugend wäre das auf dem Index gelandet, nicht in den Charts. Sind das wirklich die Texte, die unsere Kinder hören sollen? Ist das wirklich das Frauen- und Weltbild das sie adaptieren sollen? Nein, ich sollte das nicht fortführen … das würde ausarten. Der gebildete Leser weiß eh worauf ich hinaus will und alle anderen würden es auch später nicht begreifen. Ich will auch niemanden angreifen der diese Musik hört, wie gesagt, schaut euch an, was ich höre … aber muss das tatsächlich der breiten Masse zugänglich gemacht werden? … das ist eine rhetorische Frage … nur für den Fall das jemand meint er oder sie müsse antworten.

Mein Güte, ich bin ja auch kein Engel … war damals noch schlimmer … ich steckte im Sumpf der harten Drogen, da macht man noch ganz andere Dinge … aber ich würde so etwas nie verteidigen oder sogar als toll oder lebenswert hinstellen. Nein, Drogen sind scheiße, Dealen ist scheiße, Leute abziehen ist scheiße, Lügen ist scheiße und jemanden zu verprügeln oder anderen körperlichen/seelischen Schaden zufügen ist sogar noch viel beschissener. Mir fehlt da wirklich und absolut das Verständnis, wie man so ein Leben toll finden kann. Da ist nix romantisches am Drogenkonsum … da verkauft eine Mutter ihr Kind wenn’s sein muss … oder umgekehrt. Da hört Freundschaft auf, wenn es denn welche war. Das Zeuch macht einen nur kaputt, seelisch und körperlich. Ich weiß das aus erster Hand. Ja, richtig, habe ich … ich werde 40 dieses Jahr … von den psychischen Problem mal ganz zu schweigen … ich bin kein Jugendlicher ohne Halt und Reife. Ich weiß das ich kein Vorbild bin … höchstens vielleicht darin, das man von Heroin weg kommt, weit über zehn Jahre clean sein kann … und sogar eine Hep-C besiegt bekommt. Ich möchte nicht, das hier der Gedanke auftaucht, das ich meinen Drogenkonsum irgendwie gut heiße.

Da bin ich ein wenig textlich abgerutscht, gerade, ups. Nun denn. Ich bin froh das ich es geschafft habe, nicht all das niederzuschreiben das mir durch den Kopf ging, als ich in besagte Lieder reingehört habe. Ich lasse das da oben nun einfach mal stehen und schaue morgen drüber. Seltsamer Post.

… und auf den Kopfhörern ‚Agonoize – Bis das Blut gefriert‘ … in diesem Sinne … bis denne.

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