Für’n Arsch…

… war der gestrige Abend, irgendwie. Ja, Sleepwalker Night ist geil, jedes Mal … aber gestern … schon mit Kopfschmerzen und eine Stunde später als gewollt da aufgetaucht … und dann konnte ich im Grunde kaum tanzen. Verfluchte Scheiße, echt. Einfach zu wenig Luft bekommen. War um halb sechs, heute morgen, zu Hause, bin dann halb tot in’s Bett gefallen. Nun bin ich seit drei Stunden wieder wach. Eigentlich wollte ich ja heute noch in’s Shadow, aber das geht gar nicht. Ich schwitze und zittere vor Anstrengung, wenn ich nur vom Balkon in die Küche gehe. Der Husten nervt, die Lunge tut weh. Das war’s dann für heute … den Rest des Tages werde ich dann wohl im Bett verbringen, da selbst sitzen gerade zu anstrengend ist.

So, das war der fast wertfreie Teil dieses Posts und nun … das wird in Gejammer ausarten hier gleich … also, wer sich das nicht antun möchte, sollte nun einfach nicht weiterlesen.

Bin heute in Endzeitstimmung, fatalistisch und stinksauer. Die Kippe qualmt neben mir im Aschenbecher und der kleine Bekloppte in mir hüpft herum und brüllt, ‚rauch doch weiter, ist doch lustig, fällste vielleich um, lernste neue Leute im Kankenhaus kennen‘. Joa, klingt nach einem Plan, der im Grunde so gut ist wie jeder andere. Vielleicht sollte ich auch einfach wieder in die Klapse. Obwohl, die können mir da auch nicht helfen und für die richtig tollen Medikamente bin ich denen nicht bekloppt genug. Gerade will ich nicht verglimmen, ich will ausbrennen. Das Gefühl, diese Alles-Scheiß-Egal Haltung, schwer zu beschreiben. Ich habe keinen Grund eine andere Haltung an den Tag zu legen. Ist auch absolut wurscht.

Ich sehe mich durch brennende Straßen tanzen, vorbei an schreienden, brennenden Menschen die verzweifelt ihre Hände nach mir ausstrecken. Es riecht nach Tod und Verderben, der Qualm lässt mich kaum 50 Meter weit schauen, Funken fliegen durch die Luft wie tanzende Glühwürmchen. Ein schreiendes Kind. Die Hitze der Brände nimmt mir fast den Atem. Und ich grinse, singe und fühle mich einfach nur königlich. Ups, jetzt wäre ich fast über die verkohlte Frauenleiche am Straßenrand gestolpert. Was soll’s, gemerkt hätte sie es eh nicht mehr. Spart alles Begräbniskosten, einfach zusammenfegen, in die Mülltonne, fertig. Das höllische Glühen am Horizont, das die Nacht in wunderbares rot taucht, lässt mich auflachen. Ein Mann, halb nackt, mit glimmenden Kleidungsresten und schwarz verkohlten Brandwunden, torkelt, halb wahnsinnig vor Schmerz, auf mich zu. Vielleicht will der das Bier das ich in meiner Hand halte … oder eine Zigarette? Keine Ahnung. Ich tänzel einen Schritt zur Seite und mit einer getanzten  Drehung lasse ich ihn an mir vorbei verschwinden … geht mich nichts an, sieh zu wie du damit selber fertig wirst, überlebst die Nacht eh nicht. Bei dem Gedanken, das am Ende doch wieder die Sonne aufgeht, werde ich etwas schwermütig. Im grellen Licht des Tages verliert all die Zerstörung doch ein wenig ihren Glanz. Mit einem Achselzucken sage ich mir, noch ist die Nacht lang, genieße sie, so lange sie andauert. In meinen Ohren die obligatorischen Ohrhörer, viel zu laut, seit Stunden der selbe Track. Ich fühle, wie es um mich herum ruhiger wird. Es leben nicht mehr viele Menschen und in kurzer Zeit werden auch die letzten Schmerzensschreie verklungen sein. Alles das bleibt, ist das Knistern der Flammen, ein Rumpeln, wenn irgendwo ein Haus zusammenfällt … und irgendwann ist nur noch Stille. Kein nerviges Geschwätz mehr über oberflächlichen Bullshit, kein dämliches Gekicher, kein Geschrei, kein Gebrüll. Diese Stille und Einsamkeit werde ich eine Weile genießen … und dann werde auch ich mich verziehen …

Wisst ihr … irgendwo ist es ja schon ein wenig traurig, das ich so einen Hass auf die Welt, die Menschen und das Leben habe. Ja, irgendwo in meinem Inneren kauert ein kleines, verstörtes Kind in einer Ecke, mit verheulten Augen, das schluchzend immer nur das selbe sagt, wie ein Mantra wird es immer wiederholt … ‚ich will doch einfach nur glücklich sein‘. Nun denn, gerade ist dieses kleine Ding in einer schallisolierten Gummizelle eingeschlossen und da wird es bleiben. Nein, gerade ist mir das alles gleich. Nein, gerade ist mir Glück scheiß egal. Und ja, trotz schmerzender Lunge rauche ich wieder eine Zigarette. Als ob das einen von euch kümmern würde was ich mir antue. Wärt ihr dann jetzt nicht für mich da? Wärt ihr dann jetzt nicht hier? Ich sehe niemanden, mein Blackberry ist still. Mein ganzes Leben lang bin ich Sellenmülleimer für euch gewesen. Habe mir eure Probleme angehört, habe versucht mit gut überlegten Vorschlägen euch zu helfen, eure Situation zu verbessern. Und was ist mit mir? Ich darf mich dann rechtfertigen, mir Vorhaltungen machen lassen, dumme Sprüche, unüberlegte, halbgare Ideen. Jemanden, mit dem mal wirklich über alles reden kann, hatte ich wohl eh noch nie. Das wird auch so bleiben … warum? … weil ich es wohl genau so verdient habe. Je eher ich das akzeptiere desto besser ist es. Alles was ich von euch bekomme sind nur noch mehr Probleme, Schmerzen und Leid. Ich will dieses Gefühl nie wieder erleben, das Gefühl, das ich einen Menschen brauche. Ich will niemanden mehr vermissen. Ich will wegen niemandem mehr heulend in meinem Zimmer zusammenklappen. Ich will keine Liebe mehr.

Ich bin mittlerweile alt genug, habe lange genug gelebt. Vierzig Jahre werde ich dieses Jahr … vor zwanzig Jahren hätte ich nie gedacht, das ich überhaupt so alt werde. Bei dem Raubbau, den ich mit meinem Körper betrieben habe, ist nun auch weit mehr als die Hälfte meines Lebens vorbei. Man muss ja realistisch sein. Es gibt nichts, das ich noch sehen möchte, keine Orte die ich noch besuchen möchte oder ähnliches. Ich habe das Elend und den Tot gesehen, ich war ganz unten … ich kenne die Menschen. Ich weiß wie sich das anfühlt, wenn dir jemand in’s Gesicht sagt, das du verrecken sollst, weil du eh nur Dreck bist. Ich kenne den ganzen Hass, den Egoismus. Die Welt ist gepflastert mit Müll in Menschengestalt und die wenigen brauchbaren muss man mit der Lupe suchen. Nein, ich zähle mich nicht zu den brauchbaren. Unterm Strich ist es eben so, das ich einfach nur die Schnauze voll habe. Ich will einfach nicht mehr. Ich brauche das alles nicht. Würde man mir nun meine Musik nehmen würde ich eingehen.

Mein Selbstwert macht mir bei so vielen Dingen einen Strich durch die Rechnung. Ich kann nichts gut nennen, das ich geschaffen hab. Habe an allem etwas auszusetzen. Fühle mich verarscht wenn man mich lobt. Bin es mir selber nicht Wert jemanden um Hilfe zu bitten. Das was ich schreibe, mag hin und wieder nach Selbstmitleid klingen … aber wie kann ich mit mir Mitleid haben? Selbstwert und so …

Ich habe gerade keine Lust mehr weiter zu schreiben. Mein Kopf ist wieder voll mit Gedanken, die ich nicht mehr will, mein Herz gefüllt mit Gefühlen die ich nicht gebrauchen kann. Ihr wart früher nicht da, ihr seid jetzt nicht da also lasst mich einfach in Ruhe … denn ihr werdet auch später nicht da sein. Lebt euer Leben … ich werde schon Mittel und Wege finden, mich aus eurem Leben zu entfernen. Ich brauche euch nicht. Ich bin ohne euch besser dran.

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