Es geht mir gut!

Jips, das sage ich im Moment jedem der’s hören will: „es geht mir gut“. Eine Weile hätte ich das fast selber geglaubt. Ich habe ein paar Wochen Klappse hinter mir und steige nun langsam wieder in den Job ein, Hamburger Modell und so. Ja, in ambulanter, psychotherapeutischer Behandlung befinde ich mich auch. Nur, wisst ihr, die Sache ist die, wenn man selber nicht will, ändert sich nichts. Fast alle meine Probleme sind hausgemacht und ich habe sie in der Hand. Das ist nun auf der einen Seite recht cool, da niemand anderes dafür verantwortlich ist, auf der anderen Seite aber auch unangenehm, da man nun nur noch sich selber dafür verantwortlich machen kann.

Ich habe echt eine Weile gebraucht um das alles zu verstehen, und ich muss zugeben, dass es mir nicht so wirklich passt. Ich hätte gerne das jemand anderes die Schuld hat, das jemand vorbeikommt und mich rettet und so. Pustekuchen, das wird nix.

Nun denn, im Moment laufe ich im Auto-Modus – kennt ihr das aus Computerspielen wo man ’ne Taste hat mit der der Charakter einfach geradeaus läuft? Ich fühle mich taub, leer, überflüssig, alles zieht an mir vorbei ohne mich zu erreichen. Für eine Weile ist die Leere ja auch mal ganz nett, keine Gefühle, wenig Gedanken, kaum Anspannung, nichts triggert … aber auf die Dauer ist das nix und das wird mir gerade ziemlich schmerzlich bewusst. Dieses ständige Gefühl der Einsamkeit gepaart mit Leere treibt mich echt umher … war diese Woche erst einen Tag nüchtern. Jetzt gerade sitze ich hier mit Kopfhörern auf den Ohren (Tove Lo – Habits in Dauerschleife) und einem Glas Vodka-Lemon. (Und es wird nicht bei dem einen bleiben.) Morgen früh wieder Thera, danach auf die Arbeit und auf zur Weihnachtsfeier … yeah … nicht.

Wisst ihr, ich und Menschen, das ist so eine Sache. Bin eher der Misanthrop. Auf Parties unterhalte ich mich anfangs mit den paar Leuten, mit denen ich reden will/kann, doch ende ich immer irgendwo alleine mit Alkohol … und verschwinde dann irgendwann einfach ohne was zu sagen. Würde so gerne ohne Menschen können, doch es geht nicht. Naja, der Großteil kann mich einfach mal, aber ich brauche meine Leute die mich verstehen, die ich mag, die auf der selben Wellenlänge sind … ohne die geht’s leider nicht. Nebenbei brauche ich Liebe … ja, ich weiß, klingt schnulzig, doch ich brauche diese emotional Bindung zu jemandem damit ich überhaupt irgendetwas fühlen kann … doch alle diese Bindungen sind verbrannt und ich traue mich nicht eine neue aufzubauen. Das ist wohl auch der Grund warum ich mich gerade so fühle, wie ich mich eben fühle.

Ist schon ein wenig nervig wenn man Gefühle nur im Vollausschlag kennt, da wird Liebe echt anstrengend … aber ohne geht irgendwie auch nicht. Ich meinte vor ’ner Weile zu meiner Thera, das ich vielleicht zu einem gefühlslosen Arschloch werden sollte, doch selbst sie ist der Meinung das dies auch nicht der richtige Weg ist … mal davon abgesehen das ich das wohl selber gar nicht hinbekomme. Was soll’s … dieser Gefühlsmist wird mir erhalten bleiben, komme ich nicht drum herum.

Werde mich nun weiter mit dem Alkohol unterhalten und Musik hören, daher erst einmal genug geschrieben.

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